County Louth

Mit gerade einmal 832 Quadratkilometern Fläche ist Louth die flächenmäßig kleinste der historischen irischen Grafschaften. Das County-Gebiet deckt im Wesentlichen die Carlingford Peninsula sowie die eiszeitliche Küstenebene südwestlich ab.

Verwaltungssitz der Grafschaft ist Dundalk. Schönes hat die nahe der Grenze zu Nordirland gelegene 35.000-Seelen-Gemeinde als Folge zahlreicher Belagerungen und Zerstörungen wenig zu bieten.

Umso interessanter gestaltet sich das Umland. Nördlich der Stadt erstreckt sich zwischen Dundalk Bay und Carlingford Bay die hügelige Halbinsel Cooley, die Heimat des legendären irischen Helden Cú Chulainn. Der Rinderraub von Cooley, das berühmteste Epos aus vorchristlicher Zeit, soll sich in dieser Gegend abgespielt haben.

Video: Louth Hall

Das zweite große Wirtschaftszentrum in der Grafschaft ist Drogheda. Die Stadt am Boyne wurde im 9. Jahrhundert von Wikingern gegründet. Die Normannen eroberten die Stadt im 12. Jahrhundert.

Im 15. und 16. Jahrhundert war Drogheda neben Dublin, Limerick und Cork eine der vier Hauptstädte Irlands, besaß eine eigene Universität und das Münzrecht.

Auch das anglo-irische Parlament tagte hier, was Drogheda schließlich zum Verhängnis wurde. Die Stadt wurde Schauplatz eines Massakers unter Oliver Cromwell. Dieser zerstörte am 10. September 1649 mit seinen Truppen die Stadt weitestgehend und massakrierte knapp 2.000 Bewohner.

Viele wurden bei lebendigem Leib verbrannt – die übrigen schickte er als Sklaven nach Barbados. Als einziger Zeitzeuge überdauerte das St. Lawrence’s Gate (13. Jahrhundert) mit seinen zwei mächtigen Rundtürmen dieses dunkle Kapitel der Geschichte.

In der St. Peter’s Church in der West Street liegt der einbalsamierte Kopf von Oliver Plunkett. Der Erzbischof von Armagh war 1681 von Protestanten in Tyburn erhängt worden.

1975 wurde der Geistliche, der für die Iren als eine Art Märtyrer gilt, von Papst Paul II. heilig gesprochen. Vom Millmount, dem uralten Grabhügel am Südufer des Boyne bietet sich ein herrlicher Panoramablick auf die Stadt. Dort erhebt sich auch ein Martello-Turm, der 1808 angesichts einer möglichen drohenden Invasion seitens der napoleonischen Truppen errichtet wurde.

Im Örtchen Louth gründete der Heilige Patrick ein Kloster, das sich zu einem der bedeutendsten des Landes entwickeln sollte.

Mehrfach wurde das Kloster geplündert, so dass von der einstigen Pracht heute lediglich noch das St. Mochta´s House, ein kleines Oratorium, geblieben ist.

Die frühchristliche Kirche ist nach einem Weggefährten des heiligen Patrick benannt und soll der Legende nach binnen einer einzigen Nacht gebaut worden sein. Tatsächlich stammt das mehrfach renovierte Gotteshaus wohl etwa aus dem Jahre 1050.

Geschichtlich überaus interessant ist auch Monasterboice. Die Klosteranlage war im 6. Jahrhundert vom Heiligen Búithe, einem Schüler des Heiligen Patrick, als eine der ältesten in Irland gegründet worden.

In punkto Lehre und Wissenschaft errang Monasterboice nie große Bedeutung. Mitte des 9. Jahrhunderts besiedelten die Wikinger die irische Ostküste und übernahmen auch die Kontrolle des Klosters.

Im Jahre 968 wurde Monasterboice von Domhnall, dem König von Tara, angegriffen. 300 Mönche starben. 1122 wurde das Kloster endgültig aufgegeben und verfiel zusehends.

Auf dem Friedhof sind zwei besondere Hochkreuze zu finden: Das Muiredach Cross ist bei einer Höhe von 5,39 Metern das am reichsten geschmückte seiner Art, während das Westkreuz mit 6,50 Metern das höchste der Grünen Insel ist.

Beide sind mehr als 1.000 Jahre alt und dienten ursprünglich als steinerne Bilderbibeln bei Gottesdiensten. Die von frühmittelalterlichen Steinmetzen bearbeiteten Flächen zeigen Szenen vom Sündenfall bis zum Jüngsten Gericht. Zudem befindet sich auf dem Gottesacker einer der höchsten Rundtürme Irlands mit einer Höhe von 33,5 Metern. Seine fünf Stockwerke sind nur über Leitern zu erreichen. Hier bewahrten die Mönche ihre Bücher und kostbaren liturgischen Geräte auf.

Religiöse Bedeutung hatte auch Mellifont Abbey . Das älteste Zisterzienserkloster Irlands wurde vom Heiligen Malachy im Jahre 1142 gegründet. Das Land am Ufer des Boyne stiftete der irische König Donogh O’Carroll, der 1168 ermordet wurde und hier begraben liegt. Der Baustil der Kirche, die im Jahre 1157 fertig gestellt wurde, und der des Klosters sind von der französischen Gotik geprägt. Binnen zehn Jahren wurden von Mellifont aus sechs Tochterhäuser in Boyle, Baltinglass, Maigue, Inislounaght (1148), Kilbeggan und Newry (1153) gegründet.

Mit der Vertreibung der Mönche im 16. Jahrhundert durch die Truppen des englischen Königs Heinrich VIII. begann der Verfall der Abtei. Von der Anlage blieb nur wenig erhalten. Nur einige Bögen des Kreuzgangs aus dem 12. Jahrhundert, das Kapitelhaus aus dem 14. Jahrhundert und Teile eines achteckigen Brunnenhauses (um 1200), in denen die Mönche sich wuschen, sind noch zu sehen.

Weitaus älter als die Abtei ist der nahe gelegene Proleek Dolmen. Das rund 3000 Jahre alte neolithische Grab, das wie ein gigantischer Fliegenpilz anmutet, liegt versteckt auf einem Golfplatz, der zum Best Western Hotel in Ballymascanlon gehört. Der Legende nach hat derjenige einen Wunsch frei, dem es gelingt, einen Kiesel so auf dem 3,50 Meter hohen Dolmen zu werfen, dass er liegen bleibt. Ein Unterfangen, das bereits Hunderten gelungen sein muss. Denn den 40 Tonnen schweren Deckstein zieren unzählige kleine Steine.

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