County Offaly

Sir Laurence Parsons ließ das 3500-Seelen-Nest Birr im 17. Jahrhundert am Reißbrett entwerfen. Nach dem Willen des Gründers, sollte Birr ein „sauberer Ort“ werden. Um diese Vorstellung durchzusetzen, wurden drastische Strafen eingeführt.

Bußgelder wurden für die Straßenverschmutzung verhängt. Frauen, die Bier ausschenkten, wurden an drei Markttagen in die Stock gelegt.

Dies ist eine Bestrafungsmethode, bei dem die Übeltäter mit den Händen, Füßen und Kopf zwischen zwei Balken mit entsprechenden Aussparungen eingeklemmt und als Abschreckung öffentlich zur Schau gestellt wurden. Diese besondere Form der Lokalpolitik wirkt bis in unsere Zeit nach.

Noch heute präsentiert sich das attraktive kleine Örtchen mit seinen charmanten georgianischen Straßenzügen als überaus sauber und avanciert nicht von ungefähr zu einer der beliebtesten Ziele in der Grafschaft Offaly in der irischen Provinz Leinster. Hauptattraktion des charmanten Städtchens ist das neogotische Birr Castle mit seinem herrlich angelegten Garten, dessen Buchsbaumhecken als größte der Welt den Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde fanden.

Das Schloss ist noch immer im Besitz des Earls und der Countess of Rosse. Ein Kuriosum ist das Rosse-Spiegelteleskop, das der 3. Earl of Rosse im Jahr 1845 anfertigen ließ. Mit stattlichen 16,5 Metern war es über 75 Jahre das größte Teleskop der Welt. Das Spekulum mit einem Durchmesser von 183 Zentimetern wurde 1914 von Irland nach London gebracht.

Ganz hoch in der Gunst der Besucher von Offaly steht auch Clonmacnoise. Das Kloster, dessen Ruinen heute eines der beliebtesten Fotomotive in Irland darstellen, wurde 548 vom Heiligen Ciarán strategisch günstig direkt am Ufer des Shannon gegründet, nachdem er das Land von König Dermont geschenkt bekommen hatte. Ciarán war ein Zimmermann und ist als einer der wenigen nichtadeligen Klostergründer bekannt. Der Legende nach soll Ciarán die naturgegebenen Dinge geschickt in seine Gottesdienste integriert haben: Ein Fuchs soll ihm den Psalter getragen und ein Hirsch sein Geweih als Lesepult zur Verfügung gestellt haben.

Video: Clonmacnoise

Die verkehrgünstige Lage von Clonmacnoise lud jedoch auch immer wieder Plünderer ein, die das Kloster zwischen 841 und 1204 mehrfach ausraubten. Während eines Normannenangriffs im Jahre 1179 wurden allein 105 Häuser niedergebrannt.

Den endgültigen Todesstoß erhielt das Kloster 1552, als die englischen Besatzer alle wertvollen Gegenstände raubten.

Seit Mitte des 16. Jahrhunderts ist das Areal dem Verfall preisgegeben. Heute zeugen neben zwei Rundtürmen, 250 monumentalen Grabtafeln und drei reich dekorierten Hochkreuzen lediglich noch die Reste der Kathedrale und acht weiterer Gotteshäuser von der großen kirchlichen Vergangenheit.

Die Kathedrale Daimhliag Mor, eine große Felssteinkirche, wurde im Jahre 904 in einer Kooperation von Staat und Kirche unter Regie von König Flann und Abt Colman Connaileach errichtet. Hier liegen die sterblichen Überreste von Roderick O’Connor, des letzten Hochkönigs von Irland begraben, der 1189 starb.

Im Skriptorium von Clonmacnoise wurden viele bedeutende Schriften verfasst, darunter die Annalen des Abtes Tigernach (1088) und das Book of the Dun Cow (1106). Letzteres enthält die ältesten überlieferten Texte in irischer Sprache. Der Name des Skripts geht auf die Kuh des Heiligen Ciarán zurück. Der Haut des Rindviehs kam nach dessen Tod besondere Bedeutung zu: Wer als Sterbender auf ihr lag, sicherte sich eine gute Reise ins Jenseits.

Für alle Whiskey-Liebhaber ist darüber hinaus ein Abstecher nach Tullamore ein Muss. Denn der Verwaltungssitz der Grafschaft Offaly ist die Heimat des berühmten Whiskey Tullamore Dew und des kaum minder bekannten Whiskey-Likörs Irish Mist. Das Tullamore Dew Heritage Centre am Bury Quay am Grand Canal informiert über die Geschichte der Whiskey-Herstellung in Tullamore. Natürlich darf hier auch die obligatorische Kostprobe des „Wassers des Lebens“ nicht fehlen. Slainte!

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