County Tyrone

Die Sperrin Mountains, die berühmten wildromantischen Berge, ziehen sich wellenförmig über knapp 50 Kilometer an der Grenze der Grafschaften Tyrone und Derry entlang und werden von den Flusstälern des Owenkillew und des Glenelly durchzogen.

Die moor- und heidebedeckten Hänge sind von einem feinen Netz aus kleinen Bächen und Wegen durchzogen. Besonders bei Wanderern steht die dünn besiedelte Region hoch im Kurs. Am südöstlichen Rand der Sperrins liegen die Beaghmore Stone Circles. Die geheimnisvoll anmutenden Steinkreise stammen vermutlich aus der Bronzezeit zwischen 2000 und 1200 vor Christus.

Komplettiert wird das geschichtsträchtige Fleckchen von zwölf Hügelgräbern, zehn Steinreihen und die Reste alter Steinmauern, die eher zufällig beim Torfstechen entdeckt worden sind. In Dungiven Castle, einer weitläufigen Burg aus den 1830er Jahren, kann für kleines Geld ein Wunsch wahr werden: die Übernachtung in einem Schloss – noch dazu zu Jugendherbergspreisen, aber auch in Jugendherbergsschlafräumen.

Neben den Sperrin Mountains avanciert vor allem der Ulster American Folk Park zur Hauptattraktion in Tyrone, der größten Grafschaft Nordirlands. Das weitläufige Freilichtmuseum dokumentiert den Beitrag Nordirlands zur Entwicklung der USA. Der Komplex teilt sich in zwei Abschnitte: die „Alte“ und die „Neue Welt“. Die Ausstellung vermittelt nicht nur einen Eindruck vom Leben auf beiden Seiten des Atlantiks, sondern arbeitet auch das Schicksal der irischen Auswanderer auf.

Im Mittelpunkt der „Alten Welt” steht das Mellon House, der ehemalige Wohnsitz der mächtigen Mellon-Dynastie, die in den USA zu großem Reichtum gekommen ist. Die verräucherte Bauernkate mit ihren knarrenden Dielen und niedrigen Decken stammt aus dem 19. Jahrhundert. Frauen in zeitgenössischen Kostümen backen hier mit alt hergebrachten Techniken Brot, während draußen gackernde Hühner friedlich vor sich hinpicken.

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Im Hughes House verbrachte John Joseph Hughes, seines Zeichens der erste römisch-katholische Erzbischof von New York, seine Kindheit.

Das Haus stand ursprünglich in Dernaved im County Monaghan. Die weitgehend original eingerichtete Schule diente bis 1845 als National School in Castletown, wurde abgetragen und im Freilichtmuseum neu errichtet.

Zu einer Zeitreise laden daneben das Mountjoy Post Office, das seit 1861 bis ins 20. Jahrhundert genutzt worden ist, und die Ulster Street, eine viktorianische Straße mit Geschäften, einer Drogerie, einer Kneipe, einer Druckerei, einer Sattlerei, einem Pfandleiher und einer Seilerei, ein.

Durch den Innenraum eines Segelschiffes aus dem 19. Jahrhundert schreitet der Besucher in die „Neue Welt“. Das Schiff ist jenen Booten nachempfunden, mit denen die Auswanderer von Cobh und anderen Häfen aus die Reise über den Atlantik antraten. Coffin boats, schwimmende Särge, wurden die häufig hoffnungslos mit Flüchtlingen überladenen Nussschalen genannt, die Richtung Amerika in See stachen. Typhus und Cholera rafften unzählige Emigranten schon während der Überfahrt dahin. Eine komplette Familie musste sich die maximal 1,20 mal 1,50 Meter großen hölzernen Kojen teilen. An Deck durften die Passagiere nur, wenn es der Kapitän erlaubte.

Aus der „Neuen Welt” ist eine typische Einkaufsstraße mit Elementen aus Baltimore und Boston nachempfunden. Aber auch charakteristische Wohnhäuser und Blockhütten, Räucher- und Gewächshäuser sowie Kräutergärten fehlen nicht. Zudem zeigen kostümierte Mitarbeiter alte Handwerkstechniken.

Zumindest in Teilen sehenswert ist auch die Verwaltungshauptstadt Omagh. Seit 1768 ist die Stadt am Zusammenfluss von Drumragh und Camowen eine geschäftige Markt- und Garnisonsstadt zugleich. Dominiert wird die wenig einladende High Street vom Courthouse, das vom Architekten John Hargrave aus Cork entworfen und zwischen 1814 und 1863 fertiggestellt worden ist. Sehenswert sind daneben die Trinity Presbyterian Church aus dem Jahr 1752 und der hinter dem Gotteshaus befindliche Gallows Hill. Auf dem Hügel fanden bis 1790, als ein Straßenräuber namens Tom Eccles aufgeknüpft wurde, öffentliche Hinrichtungen statt. Später wurde an dieser Stelle ein Viehmarkt abgehalten.

Zu den markanten Bauwerken in Omagh zählen außerdem die St. Columba’s Parish Church aus dem Jahr 1777, die Methodist Church aus dem Jahr 1857 sowie die Sacred Heart Church. Letztere wurde 1899 auf dem höchsten Punkt der Stadt errichtet. Ihr Rosenfenster und der darunter befindliche Hochaltar erinnern an Erzbischof John Joseph Hughes, den ersten Würdenträger der New Yorker St. Patrick’s Kathedrale. Nicht fehlen sollte auch der Hinweis auf ein Kuriosum: Mit der Michael Street verfügt Omagh über die kürzeste Straße Irlands. Ihr Eigentümer, der Kneipenbesitzer Michael McGlinchey, errichtete an deren Ende ein einziges Haus.

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