County Fermanagh

Zwei Seen bestimmen das Landschaftsbild in der Grafschaft Fermanagh in Nordirland: der Lower Lough Erne und der Upper Lough Erne.

Letzterer ist 21 Kilometer lang, 6,4 Kilometer breit und besitzt etwa 90 kleine Inseln. Von diesem See aus fließt der River Erne an Enniskillen vorbei nach Nordwesten, weitet sich abermals und bildet den Lower Lough Erne, einen 29 Kilometer langen und acht Kilometer breiten See. Dieser weist mehr als 100 kleine Inseln auf, ist sehr fischreich und für seine landschaftliche Schönheit bekannt.

Auf Devenish, einer der größten Inseln im Louwer Lough Erne, sind ein 29 Meter hoher Rundturm mit Fratzenrelief sowie die Ruinen einer Abtei aus dem 6. Jahrhundert zu finden. Gegründet wurde das Kloster vom Heiligen Molaise, einem der zwölf Apostel Irlands.

Auf Boa Island, das über eine Brücke mit dem Festland verbunden ist, befindet sich bei Caldragh ein Friedhof, der zwei einzigartige vorchristliche Janusköpfe sein eigen nennt. Aus einem Steinblock sind jeweils zwei spitz zulaufende Gesichter mit großen Augen und Mündern herausgearbeitet. Die größere von beiden Figuren misst knapp 75 Zentimeter. Der kleinere Kopf wird Lusty Man genannt, da sich der Kultstein ursprünglich auf dem etwas südlicher gelegenen Lusty Island befand. Boa Island war in alten Zeiten, als der See quasi die Hauptverbindung durch die Grafschaft Fermanagh bildete, Treffpunkt der keltischen Stammesfürsten.

Verwaltungssitz der Grafschaft ist Enniskillen (Nordirland), das auf der Insel Cethlin direkt am River Erne liegt. Mithilfe der dortigen Burg, die Hugh Maguire im 15. Jahrhundert errichten ließ, kontrollierten die Anwohner einst die Wasserwege durch den Lower Lough Erne und den Upper Lough Erne. Das mächtige Enniskillen Castle wurde mehrfach umgebaut. Heute beherbergt es das Fermanagh County Museum.

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Der Name der 12.000-Seelen-Gemeinde kommt aus dem Gälischen. Ennis bedeutet Insel und Killen Kirche. Und tatsächlich ist hier auf der Insel eine stattliche Zahl an Gotteshäusern zu finden. Dies ist vom Cole Memorial Tower aus deutlich zu sehen. Allerdings müssen dazu 168 Stufen bewältigt werden. Neben den Türmen der Maguire-Festung und den Kirchturmzinnen fallen typische Arbeiterhäuser ins Auge: „Two up, two down“ – oben und unten mit jeweils zwei Zimmern. Sie stammen aus der Blütezeit der Flachsindustrie, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts in dieser Region eine der wichtigsten Einnahmequellen war. In der knapp 400 Jahre alten Portora Royal School drückten bekannte Literaten wie Samuel Beckett und Oscar Wilde die Schulbank.

Weniger bekannt als die beiden Nobelpreisträger war Captain Oates von der Armee der 6th Enniskillen Dragoons, der 1912 bei einem Schneesturm ums Leben kam und dem eine Messingtafel im Eingangsbereich des Rathauses gewidmet ist. Von ihm sind genau zwölf Worte überliefert, die Antarktisforscher Scott festhielt und immer wieder gebrauchte: „Ich gehe mal nach draußen und es kann vielleicht ein Weilchen dauern.”

Enniskillen geriet im November 1987 weltweit in die Schlagzeilen, als eine von der Irisch Republikanischen Armee (IRA) gelegte Bombe während eines Gottesdienstes für die Opfer der beiden Weltkriege explodierte und elf Tote sowie 61 Verletzte forderte.

Südöstlich von Enniskillen befindet sich Castle Coole, der Stammsitz des Earl of Belmore.

Der von Stararchitekt James Wyatt entworfene und 1798 fertig gestellte Palast steht im Ruf, der prächtigste neoklassizistische Bau Irlands zu sein.

Der französische Adelige Chevalier de Latocnaye war kurz nach der Fertigstellung von Castle Coole dort zu Gast.

Angesichts der luxuriösen Ausstattung sagte er: „Tempel sollten den Göttern vorbehalten sein.” Der Earl of Belmore war offensichtlich anderer Meinung.

Der National Trust hat das Herrenhaus übernommen und aufwendig restauriert. Hinter der monumentalen Fassade lauern üppig möblierte Zimmer verschiedener Epochen und eine Bibliothek mit 3.000 historischen Büchern. Deren Vorhänge zieren Kamelköpfe, die im Gedenken an den Sieg von Admiral Nelson über Napoleon in der Schlacht am Nil angebracht wurden. Eine besondere Augenweide ist zudem das mit purpurner Seide ausgeschlagene Schlafzimmer des Grafen.

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