County Kildare

Die Nähe zur Hauptstadt Dublin sorgt dafür, dass die Grafschaft Kildare – zumindest in touristischer Hinsicht - deutlich im Schatten der Kapitale steht.

Wohl auch, weil das County im Osten der Grünen Insel nicht gerade reich mit Sehenswürdigkeiten gesegnet ist. Allein Kildare, die gleichnamige Hauptstadt der Grafschaft, ist einen Besuch wert.

Die 7.000-Seelen-Gemeinde Kildare verdankt ihren Ursprung der Heiligen Brigid, die hier im Jahre 490 auf dem Curragh ein Kloster gegründet haben soll. Dies wies eine Besonderheit auf: Es stand gleichermaßen Mönchen und Nonnen offen. Heute steht an der Stelle des ehemaligen Klosters eine normannische Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert.

Südwestlich des Doms ist ein 33 Meter hoher Rundturm aus dem 12. Jahrhundert zu sehen. Bemerkenswert ist der ungewöhnlich verzierte romanische Eingang fünf Meter über dem Boden. Nördlich der Kathedrale liegen die Grundmauern eines Gebäudes, in dem der Legende nach das ewige Feuer der heiligen Brigid brannte.

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Außerhalb der Stadt Kildare ist das irische Nationalgestüt von Tully, das als ein Mekka der Pferdefreunde gilt, beheimatet.

Der Schotte William Hall-Walker hatte Ende des 19. Jahrhunderts das Areal für die Zucht von Vollblütern erworben. Bekannt wurde Tully nicht allein wegen der Pferde, sondern auch aufgrund der unkonventionellen Zuchtmethoden. Colonel William Hall-Walker, der Zeit seines Lebens zu den vier bedeutendsten und erfolgreichsten Züchtern der britischen Inseln gehörte, paarte die Stuten und Hengste nach ihren Sternzeichen und erstellte für jedes Fohlen ein spezielles Horoskop. Standen die Sterne ungünstig für das junge Pferd, so wurde dies unabhängig von seinem Stammbaum umgehend verkauft. So ungewöhnlich die Methoden auch anmuteten, der Erfolg gab Hall-Walker Recht. Denn zwischen 1904 und 1914 gewannen seine Pferde alle klassischen Rennen in Irland.

1943 wurde Tully von der irischen Regierung übernommen. Und noch immer verfügen die Hengstbuchten des National Stud über Fenster im Dach, damit Sonne und Mond ihren vollen Einfluss geltend machen können. Doch das Gestüt hat auch noch einige weitere Besonderheiten aufzuweisen – etwa den zwischen 1906 und 1910 von Tassa Eida und dessen Sohn Minoru angelegten japanischen Garten, der eine „Reise durch das Leben” darstellt. Durch das „Tor des Vergessens” betritt man den Garten, folgt dem „Pfad des Lebens” entlang wundervoller Blumenrabatte und Bäume. Weiter geht es durch den „Tunnel der Unwissenheit” über die „Brücken der Verlobung und Heirat” in das „Labyrinth des Ehrgeizes” und über die „Rote Brücke des Lebens”, bevor die ungewöhnliche Reise im „Garten des Friedens” endet, der die Gelassenheit des Alters symbolisiert.

Seit 1999 bereichert zudem der St. Fiachra’s Garden das Gelände des Nationalgestüts. Hier fügen sich nachgebaute Einsiedlerhütten charmant in ein Ensemble aus Bäumen und Gewässern ein.

Pferdefreunde kommen übrigens nicht nur in Tully auf ihre Kosten, sondern auch auf dem Curragh, wo seit mehr als 300 Jahren die bedeutendsten Pferderennen der Grünen Insel ausgetragen werden – darunter das Irish Derby.

Die Kleinstadt Celbridge nennt mit Castletown House das größte und bedeutendste palladianische Landhaus in Irland sein Eigen. Es wurde um 1722 nach Plänen von Sir Edward Lovett Pearce für William Conolly, den Sprecher des irischen Unterhauses, gebaut. Es wurden dabei Entwürfe von mehreren bedeutenden Architekten verwendet, darunter Alessandro Galilei und später Sir William Chambers.

An das über eine Freitreppe zugängliche Hauptgebäude sind seitlich über Säulengänge großzügige Nebengebäude angeschlossen. Sehenswert sind die venezianischen Kronleuchter in der Long Gallery sowie die Stuckverzierungen der Gebrüder Francini des Treppenhauses mit seiner freitragenden Treppe.

Der Print Room, den Lady Louisa und ihre Schwester Lady Sarah Napier 1775 einrichteten, weist eine stattliche Sammlung an Kupferstichen auf. Im angrenzenden Park bilden ein 40 Meter hoher Obelisk, der im Gedenken an William Conolly errichtet wurde, sowie die Wonderful Barn besondere Blickfänge.

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